Rossmann fordert „Erasmus für alle“

Veröffentlicht am 18.03.2019, 15:22 Uhr     Druckversion

Nach dem Willen von Ernst-Dieter Rossmann soll der europäische Bildungsaustausch auch grundsätzlich für Auszubildende geöffnet werden

„Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung muss auch beim internationalen Austausch endlich hergestellt werden.“ Das fordert der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann. „Das Erasmus-Programm ist seit über 30 Jahren ein Mega-Erfolg – aber es ist ein akademisches Programm. Eine umfassende Öffnung für junge Menschen in Ausbildung oder beruflicher Qualifikation ist jetzt angesagt.“

 

Bei den internationalen Bildungserfahrungen sei der Unterschied zwischen jungen Erwachsenen in akademischer und solchen in beruflicher Ausbildung eklatant, so Rossmann. „Die Mobilitätsquote liegt bei den Hochschülern bei über 28 Prozent, bei den Azubis hingegen nur bei 5,3 Prozent, also gerade einmal bei einem Fünftel. Aus bildungspolitischer Sicht ist das ein Skandal. Schließlich  beschränkt sich die Europäisierung des Arbeitsmarktes nicht auf die akademisch gebildeten Fachkräfte“, argumentiert der Bildungs-Fachmann. „Der Gewinn an sprachlicher, Kultureller, sozialer und politischer Kompetenz sowie an Persönlichkeitsbildung, ist für alle jungen Menschen bei Auslandserfahrungen ein wichtiger Faktor“, betont Rossmann. „Die EU muss deshalb ihren Haushaltsansatz für das Erasmusprogramm verdoppeln, damit Auslandsaustausch für Azubis kein Projekt mit Exotik-Status bleibt.“

 

Es seien mit dem Programmteil Erasmus plus, das auch Stipendien für junge Menschen in einer beruflichen Ausbildung oder einer beruflichen Qualifikation bereitstellt, zwar erste Schritte in die richtige Richtung gemacht. „Aber damit sich für diesen Bereich eine vergleichbare Bekanntheit und Attraktivität, ja eine Kultur des Auslandsmoduls in der Ausbildung entwickelt, müssen Netzwerke und Mechanismen entstehen, und dafür sind Anerkennung und die solide Finanzierung die Voraussetzung“, macht der SPD-Politiker deutlich. „Bei den Studierenden gehört ein längerer Auslandsaufenthalt zu einer guten Bildungs-Vita heute häufig schon dazu. Ich wünsche mir, dass das bald auch bei den Azubis so ist.“

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